Wann kommt Coaching nicht in Frage?

Anlässe, die für ein Coaching nicht oder nur begrenzt geeignet sind:

Ein Klient besteht darauf, ausschließlich auf fachlicher Ebene Unterstützung annehmen zu wollen

In diesem Falle ist eine Fachberatung oder ein entsprechendes Seminar besser geeignet. Mit einer reinen Informationsvermittlung lassen sich jedoch viele Probleme in beruflichen oder privaten Zusammen-hängen nicht lösen.

Eine medizinische oder therapeutische Betreuung ist notwendig

Da ein Coaching grundsätzlich von der medizinischen Betreuung und der Psychotherapie abzugrenzen ist und von daher nur von psychisch stabilen Personen in Anspruch genommen wird, ist Coaching für alle pathologisch orientierten und/oder auf Krankheiten basierenden Anlässe nicht geeignet. Coaching kann zwar in Einzelfällen eine therapeutische Betreuung ergänzen, diese aber nicht ersetzen.

Fehlende oder zweifelhafte Freiwilligkeit

Ein Coaching eignet sich nicht, wenn die zu coachende Person die Beratungsbeziehung mit einem Coach oder ein Coaching an sich nicht wünscht oder wenn eine Maßnahme nicht auf freiwilliger Basis steht. Die Volksweisheit, dass man manche zu Ihrem Glück zwingen müsse, gehört nicht zum eigentlichen Wesenskern von Coaching, auch wenn einige Fälle aus der Praxis ausgerechnet diese Aussage bestätigen.

In diesem Zusammenhang lassen sich Fälle für erfolgreiche Einzel-Coaching-Prozesse im Rahmen von PE/OE orientierten Maßnahmen aufzeigen. Bei einigen dieser Fälle wird erst einmal mit einer „zweifelhaften Freiwilligkeit“ begonnen. Eine solche liegt zum Beispiel vor, wenn Führungskräfte oder Mitarbeiter den Sinn eines Coaching für sich persönlich nicht erkennen können. Wenn jedoch die Coachingangebote des Unternehmens seitens der „Klienten“ in ersten Vorgesprächen mit dem Coach anfänglich „beschnuppert“ und somit auf persönliche Passung hin „überprüft“ werden und wenn bei den Klienten in den ersten Gesprächen eine Akzeptanz erzeugt wird, kann es auch im Nachhinein zu einer Freiwilligkeit kommen. Dann wird häufig seitens der Mitarbeiter der Wunsch geäußert, diese Maßnahme doch für sich in Anspruch nehmen zu wollen.

Fehlender geschützter Raum

Coaching wird sehr häufig mit dem Angebot verbunden, einem Klienten einen diskreten und geschützten Raum zu bieten, in dem er sich mit seinem Anliegen aufgehoben und sicher fühlen kann. Er darf und kann hier Dinge nennen, die den Raum nicht verlassen, andererseits schützt der Raum ihn vor äußeren Einflüssen und Erwartungshaltungen. Letzterer Punkt wird häufig zu ergänzen sein mit dem Zusatz „soweit wie es geht“. Im Falle eines PE/OE orientierten Coachings liegen realistischer Weise immer Erwartungshaltungen vor, da das Coaching beauftragende Unternehmen für die Durchführung von Coaching-Einheiten zahlt. Hierbei muss der Coach im Sinne der „Allparteilichkeit“ die Interessen aller Beteiligter gut abwägen können, im Zweifelsfall muss er einen Auftrag ablehnen.

Weitere Gründe und Anlässe, für die ein Coaching nicht geeignet erscheinen, können sein:

  • fehlende tragfähige Beziehung zwischen Klient und Coach
  • Übertragung der Verantwortung auf den Coach oder andere Personen
  • Wegfall des Subsidiaritätsprinzips bei PE-oder OE-Coaching, d.h. es werden vorher nicht alle Möglichkeiten (durch Mitarbeiter- oder Unternehmensführung) ausgeschöpft, die anstehenden Probleme zu lösen oder Herausforderungen umzusetzen bevor ein externer Coach zum Einsatz kommt.
  • Keine Beachtung der individuellen Voraussetzungen des Klienten
  • Die Anwendung oder die Erwartung von manipulierenden Methoden oder nicht transparenten Methoden, da diese die Selbststeuerungsfähigkeit des Klienten beeinträchtigen.